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Mariner’s Star
Eigentlich gehöre ich zu den Typen, die eine Idee haben, Stoff rausholen und anfangen. Großes Planen ist nicht mein Ding. Das sollte diesmal anders werden. Ich dachte, jetzt bin ich alt genug, um einmal wirklich einen großen Quilt zu planen und mich an diesen Plan zu halten. Diesmal wird – Oh Wunder – nichts dem Zufall überlassen.
Hier ist mein Entwurf. Es ist ein Mariner’ Star. Eine Verbindung von Mariner’s Compass und einem großen Lonestar mit mehr als 8 gepiecten Rauten.
Das sollte er sein. 
Das Muster stammt von Judy Martin, die ich sehr schätze. Was immer ich nach ihren Ideen gemacht habe : Es passt.
Ich will euch teilhaben lassen an dem Werden dieses Quilts und gehe dabei gleichzeitig das Risiko ein, wenn ich scheitere, dann wisst ihr alle es. Aber vielleicht kriege ich ja auch Hilfe und Tips, wenn ich mal nicht weiter weiß.
Das erste Problem trat schnell auf. Die Maße des PC Programmes stimmten nicht mit denen in einem uralt Buch von Judy überein. Das Buch ist von 1983, also aus der Quiltersteinzeit. Was tun ??
Eins ist klar, rumhüpfen geht nicht.
Für welche Maße sollte ich mich entscheiden ?
Ich habe mich für die Maße im Buch entschieden. Ich hab nämlich festgestellt, dass die Maße im PC Programm ( Judy Martin Stars and Sets ) sich nicht änderten, wenn ich eine um ein wenig geänderte Blockgröße eingebe. Hmmmmm , tja....
Also dann sollen die Maße im Buch sein.
Erst nach Wochen wird sich rausstellen, ob es ein Fehler war, dem Buch zu vertrauen.
Respekt hab ich vor dem großen Teil. Es muss mehr als exakt genäht werden, was nicht meine Stärke ist. Der Viertelinch ist jetzt das Maß aller Dinge. Ich fange an, nach vielen Jahren, noch mal Kontrollnähte zu machen und nachzumessen. Und dann entschließe ich mich, ein Probestück zu nähen ( so was hab ich auch noch nie gemacht) um die Gemeinheiten des inneren Compasses aufzuspüren.
Und da sind sie auch schon.

Judy schlägt vor, lila Teil an zwei hellgrüne Teile zu nähen. Dann das dunkelgrüne Teil an zwei gelbe. Hä ?
Und wie krieg ich das dann an den Innenkreis. ???
Normalerweise nähe ich

einen Compass so wie im Foto oben
Innenkreis schließen, dann : Hellgrünes Teil, an lila, an gelb, dann die Zacken zu einem Kreis mit Loch verbinden und das und Innenteil applizieren. Hmmm. So sollte es aber nicht aussehen.
Mir kommt die Idee, dass ich das lila Teil an zwei mal grün grün nähe und dann an diese Unit das gelbe halbrunde vom Innenkreis annähe und das ganze dann mit Y-Naht an den Rautenstern innen annähe.
Genial, finde ich und mach mich dran.
Es klappt tatsächlich. Ist zwar kniffelig, aber es klappt. Y Nähte sind ja nun wirklich kein Problem mehr. Ich vollende den Kreis und schwebe in Wolken, das Probeläppchen ist fertig. Sieht doch toll aus !
Tag 2
Heute fange ich mit den original Stoffen an ! Ich habe fast 14 Meter Stoff gekauft und dennoch Angst, es könnt am Schluss doch zu knapp sein. Ich darf mich nicht verschneiden.
Schon der erste pipi-einfache 2 ¼ Inch Streifen geht in die Binsen.
Heiliger Bim-Bam !! Wie konnte so was passieren ? Es ist passiert und das hebt nicht das Gefühl, dass es jetzt wirklich losgehen könnte.
Aber es geht los.

Jetzt muss ich aufpassen. Bei den Unis gestern gab es keinen Vorder- und Rückseitenunterschied. Ich muss also die Streifen mit den rechten Seiten nach oben legen, wenn ich die Freezer Paper Schablonen aufbügele.
- Ich schneide mit dem Cutter und auch – wie vor 20 Jahren – ängstlich mit der Schere. Nur keinen Stoff verlieren, Ulla !
Und dann kommt das Problem von gestern. Ich entschließe mich, es auf die altmodische Art zu machen. Stecken, heften, nähen. So muss der Kranz angenäht werden. Also ganz langsam... fällt mir schwer.
Und es hat geklappt. Die allererste Hürde ist genommen.
Wenn ich morgen oder übermorgen Zeit habe, kann es weitergehen, ich kanns kaum abwarten.
Seid Ihr mit dabei ?
Dritter Tag, 13.7-05 und 4. Tag 15.7.05
... eh, morgen kommt Harry Potter angeflogen !! Dann ist nix mehr mit Nähen.
Bei Judy Martin hab ich was sehr Interessantes gelesen, das ich so noch nicht wußte. Man soll die einzelnen Rauten des Lonestars so aneinander nähen, dass jeweils der gerade Fadenverlauf auf den schrägen Fadenlauf trifft. “Aha”, hab ich mir gedacht, “klingt gut, sehr logisch, die Amis scheinen soviel Stoff zu haben, dass sie munter Schrägstreifen reinschneiden.” Nachdem ich dann mein Hirn eingeschaltet habe, fiel mir ein: “Ja, wenn sie den Lonestar aus Streifensets nähen, dann haben sie notwendigerweise immer gerade geschnittene Streifen. Näht man ihn aber aus einzelnen Rauten, dann kann ich den Streifen, aus dem ich die Rauten schneide, doppelt legen und erhalte einmal Raute A und automatisch Raute A reveresed, umgekehrt. “
Ich habe also meine Rauten sortiert, ein Bündel, bei dem auf der waagerechten Linie unten der gerade Fadenverlauf vorliegt und dann das andere Bündel, bei dem unten der schräge Verlauf zu finden ist.
Das Licht das mir aufging, war ziemlich groß. So hab ich mich dann an die erste innere Zacke gemacht.
Monströs groß wird das Ding, monströs.
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