Colourwash und mehr

Letztes update:

12.10.09

 

Ausstellung 2009

Lehrgang

Maschinen-Quilten Maschinen - Quilten

Berechnung Stoffverbrauch

Neuer Quilt

im Entstehen :

Kaleidomania

Mariners Star ist fertig

 Neue Story:

Das tiefe, schwarze Loch

 

 


Hier lasse ich euch teilhaben an meinem neuen Projekt. Ich hoffe, ich blamiere mich nicht und drücke mir selbst die Daumen, dass am Ende der fertige Quilt hier zu sehen sein wird.

                                   Mariner’s Star

 

Eigentlich gehöre ich zu den Typen, die eine Idee haben, Stoff rausholen und anfangen. Großes Planen ist nicht mein Ding. Das sollte diesmal anders werden. Ich dachte, jetzt bin ich alt genug, um einmal wirklich einen großen Quilt zu planen und mich an diesen Plan zu halten. Diesmal wird – Oh Wunder – nichts dem Zufall überlassen.

Hier ist mein Entwurf. Es ist ein Mariner’ Star. Eine Verbindung von Mariner’s Compass und einem großen Lonestar mit mehr als 8 gepiecten Rauten.

Das sollte er sein.

 

Das Muster stammt von Judy Martin, die ich sehr schätze. Was immer ich nach ihren Ideen gemacht habe : Es passt.

Ich will euch teilhaben lassen an dem Werden dieses Quilts und gehe dabei gleichzeitig das Risiko ein, wenn ich scheitere, dann wisst ihr alle es. Aber vielleicht kriege ich ja auch Hilfe und Tips, wenn ich  mal nicht weiter weiß.

 

Das erste Problem trat schnell auf. Die Maße des PC Programmes stimmten nicht mit denen in einem uralt Buch von Judy überein. Das Buch ist von 1983, also aus der Quiltersteinzeit. Was tun ??

Eins ist klar, rumhüpfen geht nicht.

Für welche Maße sollte ich mich entscheiden ?

Ich habe mich für die Maße im Buch entschieden. Ich hab nämlich festgestellt, dass die Maße im PC Programm ( Judy Martin Stars and Sets ) sich nicht änderten, wenn ich eine um ein wenig geänderte Blockgröße eingebe. Hmmmmm , tja....

 

Also dann sollen die Maße im Buch sein.

Erst nach Wochen wird sich rausstellen, ob es ein Fehler war, dem Buch zu vertrauen.

 

Respekt hab ich vor dem großen Teil. Es muss mehr als exakt genäht werden, was nicht meine Stärke ist. Der Viertelinch ist jetzt das Maß aller Dinge. Ich fange an, nach vielen Jahren, noch mal Kontrollnähte zu machen und nachzumessen. Und dann entschließe ich mich, ein Probestück zu nähen ( so was hab ich auch noch nie gemacht) um die Gemeinheiten des inneren Compasses aufzuspüren.

 

Und da sind sie auch schon.

Judy schlägt vor, lila Teil an zwei hellgrüne Teile zu nähen. Dann das dunkelgrüne Teil an zwei gelbe. Hä ?

Und wie krieg ich das dann an den Innenkreis. ???

Normalerweise nähe ich

einen Compass so wie im Foto oben

Innenkreis schließen, dann : Hellgrünes Teil, an lila, an gelb, dann die Zacken zu einem Kreis mit Loch verbinden und das und Innenteil applizieren. Hmmm. So sollte es aber nicht aussehen.

Mir kommt die Idee, dass ich das lila Teil an zwei mal grün grün nähe und dann an diese Unit das gelbe halbrunde vom Innenkreis annähe und das ganze dann mit Y-Naht an den Rautenstern innen annähe.

Genial, finde ich und mach mich dran.

Es klappt tatsächlich. Ist zwar kniffelig, aber es klappt. Y Nähte sind ja nun wirklich kein Problem mehr. Ich vollende den Kreis und schwebe in Wolken, das Probeläppchen ist fertig. Sieht doch toll aus !      

    

 

 

 

                                Oder ??

                            Hmmmmmm also nun ja...Vielleicht doch nicht !!!Tja, wohl eher nicht, ich muss mir  was anderes einfallen lassen.

 

Tag 2

Heute fange ich mit den original Stoffen an ! Ich habe fast 14 Meter Stoff gekauft und dennoch Angst, es könnt am Schluss doch zu knapp sein. Ich darf mich nicht verschneiden.

Schon der erste pipi-einfache 2 ¼ Inch Streifen geht in die Binsen.

Heiliger Bim-Bam !! Wie konnte so was passieren ? Es ist passiert und das hebt nicht das Gefühl, dass es jetzt wirklich losgehen könnte.

 

Aber es geht los.

 

Jetzt muss ich aufpassen. Bei den Unis gestern gab es keinen Vorder- und Rückseitenunterschied. Ich muss also die Streifen mit den rechten Seiten nach oben legen, wenn ich die Freezer Paper Schablonen aufbügele.

  • Ich schneide mit dem Cutter und auch – wie vor 20 Jahren – ängstlich mit der Schere. Nur keinen Stoff verlieren, Ulla !

 

Und dann kommt das Problem von gestern. Ich entschließe mich, es auf die altmodische Art zu machen. Stecken, heften, nähen. So muss der Kranz angenäht werden. Also ganz langsam... fällt mir schwer.

 

So wird der Kranz gepiect

Vorstecken und Heften unumgänglich

Geschafft !!

 

Auch im Detail

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und es hat geklappt. Die allererste Hürde ist genommen.

Wenn ich morgen oder übermorgen Zeit habe, kann es weitergehen, ich kanns kaum abwarten.

Seid Ihr mit dabei ?

 

Dritter Tag, 13.7-05 und 4. Tag 15.7.05

... eh, morgen kommt Harry Potter angeflogen !! Dann ist nix mehr mit Nähen.

Bei Judy Martin hab ich was sehr Interessantes gelesen, das ich so noch nicht wußte. Man soll die einzelnen Rauten des Lonestars so aneinander nähen, dass jeweils der gerade Fadenverlauf auf den schrägen Fadenlauf trifft. “Aha”, hab ich mir gedacht, “klingt gut, sehr logisch, die Amis scheinen soviel Stoff zu haben, dass sie munter Schrägstreifen reinschneiden.” Nachdem ich dann mein Hirn eingeschaltet habe, fiel mir ein: “Ja, wenn sie den Lonestar aus Streifensets nähen, dann haben sie notwendigerweise immer gerade geschnittene Streifen. Näht man ihn aber aus einzelnen Rauten, dann kann ich den Streifen, aus dem ich die Rauten schneide, doppelt legen und erhalte einmal Raute A und automatisch Raute A reveresed, umgekehrt. “

Ich habe also meine Rauten sortiert, ein Bündel, bei dem auf der waagerechten Linie unten der gerade Fadenverlauf vorliegt und dann das andere Bündel, bei dem unten der schräge Verlauf zu finden ist.

Das Licht das mir aufging, war ziemlich groß. So hab ich mich dann an die erste innere Zacke gemacht.

Monströs groß wird das Ding, monströs.

Rautenmarkierung auf das Lineal zeichnen

Hier liegt der gerade Fadenlauf

Erste Zacke gelegt, schwierige untere Teile

Groß wird das Teil

 

 

 

 

 

 

Ab jetzt zähle ich die Tage nicht mehr.

 

Die schwierigen unteren Teile der Raute (jedes grüne Teilchen ist anders ! Mans sieht es nicht) nähe ich in einem Rutsch. Immer 8 mal die gleiche Zusammensetzung. Dann brauch ich später nicht immer wieder auszuprobieren, nachzudenken, falsch zu machen....und ihr wißt schon.

Ich lege die Rauten genau sortiert nach geradem und schrägem Fadenlauf.

Wichtigstes Utensil zum Zusammennähen der verflixten Rautenstreifen ist das Stiletto. Schwer zu kriegen. Damit bohre ich mir ein Loch in den die beiden Treffpunkte der Nähte, kontrolliere scharf, ob diese Löcher auch auf der linken Seite des unten liegenden Streifens passen und stecke da ganz genau die Stecknadel durch. Wieder ist eine Kontrolle fällig. Die Stecknadel nicht zu kurz und ganz flach einstecken, sie soll flach wieder auf der Stoffvorderseite herauskommen.. Beim Nähen dann kurz bevor die Maschinennadel an die Stecknadel kommt, diese rausziehen (ohne die Finger mit zu nähen.) Denn wenn der Punkte, auf den es ankommt, von einer Stecknadel besetzt ist, kann die Maschinennadel nicht reinstechen ...logisch... oder sie knallt in alle vier Himmelsrichtungen.

3 Nadeln habe ich schon gehimmelt. Und glaubt bloß nicht, dass ich nicht doch trennen muss. Das geht mit dem Stiletto auch prima.

Genau so unersetzlich ist das Pinzettscherchen. Einfach genial um das Hündchen, den Fadenfresser, schnellh abzuschneiden. Man muss die Finger nicht in eine Schere “einfädeln”,. drückt einfach drauf. Diese Scherchen gibts auf Messen zu kaufen.

Die schwierigen Teile vorher nähen

Nach Fadenlauf geordnete Rauten

Loch bohren mit Stieletto

Pinzettscherchen

Sechs Rauten

 

 

 

 

 

 

Das wars für heute, es wird zu heiß unter Dach. Wie konnte ich nur im Sommer auf so eine

Wahnsinnsidee kommen ???

Heute 16.7.05 hat der Mariner`s Kompass alle acht Zacken und Harry Potter liegt daneben. Jetzt

gehts erst mal ab nach Hogwarts !!!

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Viele Wochen Sommerpause, jetzt soll es weiter gehen.

Nun sind die runden Mariners Compass Einsätze dran und es kommt endlich BLAU ins Spiel. Beim

Ausschneiden der Formen ( mit Freezer Paper-Schablonen) stelle ich fest, dass ich den Entwurf

farblich verändern muss, sonst kommt der kleine Zackenkranz nicht zur Geltung.

Geänderter Farbentwurf für Rundungen

Nähschritte

Fertige Rundung ohne Weiß

Eine Rundung mit weiß fertig

Alle Rundungen..ohne Weiß vorerst

 

 

 

 

 

 

Der schwierigste Teil dieses Abschnittes steht mir noch bevor : Ich muss die Rundungen in die weißen Halbkreise setzen, was kein allzu großes Problem mehr ist, wenn.... man sich Zeit nimmt und vielleicht mal einen Reihfaden anrührt. Schwieriger wird das Einpassen in die 90 Grad Ecken werden. Ob es klappt, weiß ich noch nicht.. was soll das ? Es muss einfach klappen.

Die Rundungen sind "drin"

Streifen für die ersten 12 großen Rauten

Vor diesen Rundungen hatte ich “Respekt” ( das sagt der Kölner, wenn er meint... er hat so was wie Manschetten... oder nennen wir es beim Namen.. “Angst.”. Aber es hat geklappt. Ich habe allerdings vorsichtig jede Rundung vorher geheftet.

Heute, 30.8.2005 beginnt die Sklavenarbeit mit 32 großen Rauten. Für die ersten 12 sind die Streifensets genäht und geschnitten. Ich habe mich entgegen Judys Anweisungen für die schnelle Methode entschieden. Jede Raute einzel nähen... igitiiiiigt.

Na, ich werde sehen, ob ich vorschnell war.

 

6 große Rauten sind genäht

9 große Rauten genäht

 3.9.05 Das Nähen der großen Rauten geht besser als erwartet. Es zeigt sich mal wieder : Übung macht den Meister. Ich habe dabei folgenden Trick, den ich auch schon vor Wochen angwendet habe und nur weiter empfehlen kann. Ich bohre mit meinem Stiletto, einer Art Ale ( mit h oder ohne h ??) ein Löchlein da, wo die diagonalen Nähte sich kreuzen und genau passen sollen. Genau in dieses sichtbare Loch stecke ich die Stecknadel erst mal senkrecht von oben nach unten und dann sehr vorsichtig von rechts nach links und jeweils zwei Nadeln faktisch als Gegenschub von links nach rechts ein. Ich peile dieses Löchlein genau an mit der Nähmaschinennadel. Das klappt nur, wenn ich Stecknadel Nr. 1 ganz kurz bevor die Maschinennadel zusticht, entferne. Denn wie soll die Nähmaschinennadel das Löchlein, den Schnittpunkt, treffen, wenn genau da die hilfreiche Stecknadel steckt ?

Ich bügele die Rautensegemente nicht nach dem Nähen. Wenn die große Raute fertig ist, presse ich vorsichtig von links die Nähte offen mit der Kante des Bügeleisens und lasse das Eisen, wenn alle Nähte offen gebügelt sind, 1-2 mal vorsichtig auf die große Raute “fallen”. Sie wird also platt gepresst, nicht hin und her gebügelt, damit sich möglichst nichts verzerrt.

Na, ich muss erst mal so weiter machen, bis ich 32 große Rauten fertig habe, dann wird sich zeigen, ob und wie ich jeweils drei Rauten in die 135 Grad Winkel des Mariners bekomme. Davor bibbere ich noch. 

 

10.9.2005

Oh, Herr, ich bin so blöd, ich kann nicht mal bis 24 zählen. Ich hab also fleißig Rauten um Rauten geschnitten genäht, gepiekt, gesteckt und wieder genäht bis mir plötzlich aufging, es sind NUR 24 äußere Rauten, gar keine 32. Hoffnung am Horizont !!

Und gestern sind die 24 Rauten fertig geworden. Es gibt schon keinen Platz im Haus mehr, wo ich den großen Quilt fotografieren könnte, also kommt er auf die Terrasse. Das Foto ist natürlich ein Blick in die Zukunft. Die Rauten liegen nur da... festgenäht sind sie noch lange nicht.

Heute muss ich die Ideal-Raute auf Freezer Paper zeichnen und die Rauten auf Idealform bringen. Das wird mich lange aufhalten. Aber immerhin, ich bin wieder einen Schritt weiter.

 

13.9.05

Jetzt wird der Stern in den blauen Hintergrund gesetzt. Immer drei Rauten ergeben ein Teil, ind das mit Y-Nähten in ein Quadrat ( oder zwei Quadrate) und ein Dreieck gesetzt wird. Vorher werden die Rauten einzeln in Form gebracht, mit Hilfe des Blockings. Fotos habe ich unten begefügt. Nur so kriegt man bei den großen wirklich die Winkel alle korrekt hin. Ob sie wirklich korrekt sind, wird sich dann zeigen, wenn ich dieser Drei-Rauten-Teile mit Hintergrundquadrat und Hintergrunddreieck in die 135 Grad Winkel des Innenteils einnähe und wenn.. das dann mal auch klappt.

Blocking der Rauten mit Freezerpaper-Form

Rautenecke vor dem Blocking...igittigitt

Rautenecke nach dem Blocking

Fertig geblockte Raute

Hintergrund wird eingesetzt

 

 

 

 

 

 

Herbstanfang 23.9.05

Das Top ist fertig.

Der Quilt wird so groß, dass ich ihn nicht mehr richtig flach legen kann. Nur noch in unserem Minigarten kann man ihn fotografieren.

Die letzten Hürden, das Einsetzen der Rauten in die 135 Grad Winkel, erwies sich als leichte Übung. Nach den vielen eingesetzten 90 Grad Y-Nähten, war es kein Problem mehr. So ganz besonders flach liegen die weißen Abschnitte nicht, ich habe zwar gut aufgepasst, dass die schrägen Stoffkanten nicht angefasst wurden, aber ein bisschen labbern sie jetzt doch, zumal die großen Rauten alle bretthart gebügelt wurden Aber ich denke, das kriege ich mit Handquilten flach. Da hab ich schon anderes “hingekriegt”.

Meine Mädels von der First Class in Hennef werden mir bei sandwichen helfen, das schafft man nicht allein. Als Vlies nehme ich Thermore, das ganz dünne, die Rückseite wird noch mal 8 Meter !! Stoff verschlingen. Aber was tut man nicht alles ?

Ich habe noch jede Menge Stoff übrig. Die Stoffberechnung von Judy Martin hat nicht gestimmt. Aus diesen Resten will ich aber keine Rückseite friemeln, das könnte die Wirkung des Quilts kaputt machen. Also muss ich noch mal das Portemonnaie aufmachen.

Ich konnte mir nicht verkneifen, als Mariners “Queen” zu posieren, zumal Manfred seine uralt und schon fast vergessenen Qualtiäten als Messdiener aufleben ließ und das Sternengewand schön zur Geltung brachte.

Top fertig

Top fertig im Garten in der Sonne

Mariner`s Queen...sehr stolz

Es ist soweit: Die allerersten Quiltstiche müssen optisch festgehalten werden

Viele Monate wird es daueren..wieviele ?