Nachtgeschichten 1

Mathe 4 ever   Zeitlose Mathematik will ich damit sagen.

Manchmal kann ich nachts schlecht einschlafen, dann denk ich nach. Nicht über das, was morgen sein wird, – viel zu aufregend – sondern was so vielleicht mal geschehen ist.  Mathe4ever hab ich meinen letzten Quilt genannt… Mathe…. Die plötzliche Erkenntnis, wie man die Blöcke konstruiert, hatte mich dabei umgehauen.

Ich schleiche mich im Geist in eine der Höhlen, in der die Neandertaler, oder die Vor-Neandertaler um ein Feuer herum sitzen, wo die Frauen im Hintergrund auf ihren Fellen liegen – wieso im Hintergrund? – das gäbe nächste Geschichte. Wo die Männer im Feuer herumstochern und entweder schweigen, oder doch von ihrem Tag erzählen. Männer erzählen gern von ihren Erfolgen. Das war schon immer so. Sie werden darüber berichten, mit Sicherheit,  dass sie z.B. Hasen erlegt haben, mehrere. Viele Hasen … viele ? Wieviele?…. Der Jäger wird seine Finger nehmen und 4 Finger hoch halten. Ob er einen Ton dazu sagt? Irgendeinen Laut?
Wer ist auf die Idee gekommen einen bestimmten Laut mit einer Menge, einer Anzahl von irgendetwas zu verbinden? Zuerst sicher die Eins… und dann noch eins und noch eins und noch eins. Wie kompliziert, wie lang dauert das, bis man erzählen will, dass man z.B. 12 Hasen geschossen hat. Wissen die Zuhörer dann noch vor lauter „Ein Hase und noch einer“ am Schluss, wie viele man nun tatsächlich erlegt hat. Natürlich hab ich 12 Hasen geschrieben, nicht acht. Acht hätte man ja mit den Fingern zeigen können.  Reichen nun zwölf Hasen für  den ganzen Stamm aus? Und wie viele braucht man für den langen, schlimmen Winter? Wer ist auf die Idee gekommen, eine Abfolge von Lauten zu leiern, und dabei die Finger hochzunehmen um zu zeigen, was er meint. Wer ist auf die Idee gekommen, dies Abfolge auswendig zu lernen, sie dem anderen beizubringen, den Kindern zu vermitteln, genau diese Folge von Lauten für diesen einen Stamm, diese eine Sippe,  verbindlich zu machen. Wer hat das Zählen erfunden?
Was für eine Leistung!

Man wird sich auf größeren Potchlatches – indianisches Wort für „meeting“ –  getroffen haben und dies Abmachung den anderen vorgeführt haben, die hatten vielleicht schon eigene Lautabfolgen… oder hatten sie schon 100 Jahre lang vorher… gibt es einen Zeit“Bäng“,  in dem die damalige Menschheit reif dafür war… gab es viele unterschiedliche oder nur  eine Familie, die es geschafft hat… zu zählen. ?? Niemand weiß es. Was für eine Errungenschaft… eigentlich könnte ich jetzt beruhigt einschlafen, denn meine Menschen in der Höhle können zählen… dass sie sprechen können, davon gehe ich mal aus….

Wann werden sie auf die Idee kommen, die Zahlen für den Freund vom letzten  – meeting – festzuhalten. Erzählen kann man ja viel. Wozu sollten sie die geschriebenen Zahlen brauchen? Ich muss die Höhle verlassen.

Ich muss wohl auch die wandernden Nomaden verlassen… die aus den Höhlen raus mussten, weil die Nahrung nicht reichte… weil der Cromagnon kam und sie alle umgebracht hat, er war ja geistig so viel weiter … nein, der passt jetzt irgendwie nicht. Vielleicht wurde es kälter… vielleicht war die Gegend leergejagt.

Ich überlege mir, wie die Menschen den Tierherden nachgewandert sind. Die Tiere haben es den Menschen vorgemacht, wie man der Nahrung hinterher läuft… sie kommt nicht von selbst an, um geschlachtet zu werden, wenigstens noch nicht. Und die niedergetrampelten Tierpfade sind der Beginn aller Straßen – wußte schon   Wa-Wa.
Übel für die Menschen, sie mussten die Höhlen verlassen. (Waren die eigentlich vollgekackt? Darüber hat noch niemand nachgedacht. Nein das waren sie sicher nicht, dazu hat die Natur schon mit dem  üblen Gestank gesorgt. Kluge Idee von Mutter Natur übrigens ).

Also die Menschen mussten irgendwann die Höhlen verlassen.   Kein Höhlendach Dach mehr über den  Köpfen, nur Tierhäute als Zeltwände und so viel zu Fuß gehen und alles mit Schlitten aus Stöcken hinter sich herzuziehen, na ja, das machten ja die Frauen… aus dem warmen Höhlenhintergrund sind sie jetzt zu Zugtieren mutiert Ein Kind im Bauch, eins auf dem Buckel, um die Stirn rum die Lederschlinge, an der das ganze Zeugs des Stammes hing.  Vielleicht zählte sie stumm ihre Kinder, wenn die durch die Gegend sausten, 8 sind es… sind auch echt alle da?… oder waren es schon 9 Kinder… wer weiß? Ach nein, diese Kinder sausten nicht herum, sie schleppten, sie arbeiteten. Das freie Rumsausen und Spielen wurde ja erst – wie ich gelesen habe, im 18. Jahrhundert für Kinder erfunden.
Der nächste Schritt vom Zählen bis zum Aufschreiben, ja bis zum Rechnen, den schaffe ich heute Abend nicht mehr. Was für ein Glück, dass ich das nicht auch noch erfinden muss.
Gute Nacht für heute.

 

Wann haben meine nächtlichen Freunde, die mir Schlaf schenken sollen, endlich angefangen Zahlen zu schreiben… zu schreiben? Zu übermitteln. Festzuhalten, anstatt sie nur im Kopf zu bewahren. Zu vergleichen!!! Zu überprüfen. Das nennt man rechnen, nicht wahr?

Eigentlich wollte ich mal wieder nichts als einschlafen, endlich. Aber im Kopf blitzen mir diese Keilschrifttäfelchen auf.. ach ja, weit weg von meinen Höhlen. Aber wie war es denn hier bei uns, wo es keine klugen vorderasiatischen Sumerer gab, die so überaus weit entwickelt waren durch ihren Ackerbau, ihre „Städte“bildung  ihre Kriegsheere. Was war hier? Keine Sumerer.  Wer hat hier weiter denn gedacht? Runenzahlen… sicher.

In der nächsten Nacht fallen mir die dämlichen römischen Zahlen ein. Die ollen Römer, die die Welt beherrschten, die Nachrichten schicken mussten von Feldherr zu Feldherr, die Aquaedukte, Amphitheater und vor allen Dingen Straßen gebaut haben.. ja, ja, die Autobahn, die A4,  rein nach Köln von Aachen aus, den Dom immer vor Augen  unten im Rheintal, …eine Römerstraße. Den Dom !! Dass ich nicht lache!!
Da sind sie hergelatscht die armen römischen Kerlchen, keiner größer als 1,65 m… etwa so Winzlinge wie ich einer bin,  auf ihren Ledersandalen bepackt mit 40 kg. Gepäck. Himmel, 40 kg kann ich nicht mal  vom Keller hochschleppen. Auf jeden Fall, sie hatten Zahlen, die sie auch aufschrieben (bis heute werden die Kinder mit dem Quatsch  gequält). Aber die römischen Zahlen waren ja auch nicht viel mehr wert als die Steinzeiterfindungen. Die Eins. Ein Strich, ein Finger, die nächste, 2 Finger… die Fünf wird interessant… aha, eine Hand voll. Das V für fünf ist nichts als die volle Hand. Und die vier… ist der Finger vor der Fünf. Auch ja und die Zehn. Das X…. es sind zwei Hände, eine nach oben, eine nach unten… und so geht’s weiter und weiter. Aber so doll war die Sache doch echt nicht. Wie haben die eigentlich addiert usw. Gar nicht… im Kopf nehm ich mal an.

Wenn meine kleinen Schüler ins 5. Schuljahr kamen, dann waren sie überzeugt, sie bleiben jetzt 5 Jahre auf der Hauptschule und dann beginnt „das Leben!“  Tja. Nur stimmte das nicht, sie blieben sechs Jahre. Die Fünf… die sechs, die sieben, die acht die neun und die zehn….. wow… und damit hätten meine kleinen Chaoten schon die Null erfunden. Wenn sie nur nachgedacht hätten. Also eigentlich keine große Leistung. Und seltsam, dass diese Idee den Römern niemals gekommen ist. Da mussten die pfiffigen Araber her.

Und ich muss schlafen, sonst platzt mein Kopf noch und es wird 2 Uhr morgen. Wie lange bin ich schon wach? Zwei Stunden. Ja…. Echt… bei der Uhrzeit fungiert die 12 als die Null.
Da haben wir sie ja.
Endlich !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.