Von Baumwurzeln, Spülmaschinen und Schmutzwäche

Ist es zu fassen ?
Ein neuer lover ist da …. Hurra und jeder ist begeistert und was machen die jungen Menschen??… Sie treffen sich zum…Kochen.
„Wir kochen gemeinsam!“
Pause.
Schlucken, nachdenken.
Man trifft ich in der Phase des frisch Verliebtseins zum gemeinsamen …. Kochen ??? Ausgerechnet zum Kochen! Nicht, dass dem Auserwählten am fein gedeckten Tisch etwas Selbstfabriziertes vorgesetzt wird und er nur die Chance hat, durch den richtigen Gebrauch von Messer und Gabel zu glänzen, nein heute ist er von Anfang an mit dabei.
Aha.
Jetzt ist mir klar, dass das heute – so wie es sich anfühlt – nicht mehr meine Welt ist. Na klar, die Enkelin fragte im Vollbesitz ihres Geschichtswissens vor einer Woche, ob ich noch im Rhein die Wäsche gewaschen hätte…..
Nicht mehr meine Welt.

Traf man sich in meiner Welt mit einem Frischangehimmelten, dann machte man vor allen Dingen eines : Spaziergänge. Und das, wo Spazierengehen schon damals das allerletzte war, was man freiwillig tat; aber immerhin mit einem neuen Knaben.. das war was anderes. Händchenhalten, die Natur anzustaunen, über Gott und die Welt zu diskutieren, bis man über eine Baumwurzel stolperte und dann jammernd auf die Erde sank, zu zweit natürlich, mal eben ganz kurz, um dann verwirrt wieder hochzukommen und sich strahlend anzusehen…. und irgendwann mit gerötetem Gesicht nach Hause unter die allwissenden Augen der Mutter zu kommen…. aber zum KOCHEN ????
In ein und derselben Küche ? Gleichzeitig ?

Die Spülmaschine wir von jemand anderem aufgerissen, man stolpert über ihre offen stehende Tür, die man selber in dem Zustand nicht vorausgesehen hat, von wegen über Baumwurzeln, dieses Stolpern ist echt. Man stößt sich den Kopf an Kanten der Oberschranktüren, die man selber gerade noch geschlossen hatte, kommt sich in die Quere mit Brettchen und Messern und dann, das gemeinsam Lesen der Rezepte…. entsprach wohl dem früheren Lauschen auf die Vögel oder ob jemand vorbei kam und einen neben der Baumwurzel erwischte.
Wer rührt die Klümpchen ein… nicht raus…? Wie klappt das überhaupt mit der Abfolge von Zutaten, die man exakt einhalten muss ? Wer deckt den Tisch und hält die Kristallgläser ins Licht… ach, wo ich schon dabei bin… natürlich wird pausenlos Rotwein beim Kochen getrunken. Ich kann mir nur vorstellen, dass man sternhagel blau ist, wenn es endlich mal zum Essen geht. Dann ist es auch egal, wie es schmeckt. Aha, das ist also der Grund für die dauernde Sauferei während des Kochens. Ich möchte nicht wissen, wie meine Koch-End-Produkte aussehen, geschweige denn schmecken würden, wenn ich dabei pausenlos Rotwein aus großen… ziemlich großen … Gläsern in mich kippen würde. …, nicht kippen, – falsches Wort – schlürfen, schmatzend und augenverdrehend genießen würde.

Zwischendurch wird natürlich das auf dem Herd Köchelnde probiert und geschleckt und vielleicht klopft man sich dabei auch mal auf den Po in gegenseitiger Anerkennung.
Wenn man dann nur noch Kreise oder Sterne sieht, sinkt man zu Tisch.

Das dicke Spülende wird dann sowieso wie in uralten Zeiten bei ihr hängen bleiben, denn – wie wir wissen – sind Männer nach getaner Tat zu nichts mehr zu gebrauchen.

Ich frage die verliebte weibliche Wesen:
“Warum trefft ihr euch nicht mal zum gemeinsamen Staubsaugen oder Schmutzwäsche- in- die- Maschine-Sstopfen, oder zum Bügeln von Oberhemden, das wäre doch mal was anderes. Und zwischendurch einen Prosecco, während das Hightech Bügeleisen vor sich hin dampft und zischt. Man könnte auch einmal eine Auszeit auf den Schmutzwäschebergen beim gemeinsamen Sortieren in bunt und unbunt nehmen .. ein Schlückchen aus dem Wasserhahn… ach nein, doch lieber nicht, eher schnell einen kleinen Ausflug ins Weinregal im Keller… der Mann holt den Korkenzieher, immerhin etwas, und…. er dampft ab. Weg ist er, für längere Zeit, während sie weiter zwischen ehemaligem Weiß und stinkigem Bunt sortiert, anfassen und wenden muss und die Waschmaschine füllt.

Warum ausgerechnet kochen ?

Na ja, weil die Waschmaschinensendungen für Zwei im Fernsehen erst in Vorbereitung sind. Sie werden kommen, meine Freundinnen, wenn es sich ausgekocht hat. Sie sind die berauschenden Verführungen der armen Männer, damit sie endlich im Haushalt tätig werden, zuerst mit einem Barolo und später dann mal mit einer Flasche aus dem Wasserkasten und dem Motto: „Nun mach schon, Schatz, mein Chef wartet.“

Wie wunderbar, dass die Männer immer wieder verführt werden können, ob es jetzt der Barolo in der Küche oder die Baumwurzel im Wald ist, vor der man eine kleine arme Frau schützen muss.

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